KAPITEL 04
Brindisi,
kurz vor morgen.
Die Schienen enden. Das Schiff wartet nicht.
Und plötzlich wird aus dem Fahrplan Meer.
Bereit zum Abspielen.
VON DEN SCHIENEN AUFS WASSER
Ein Steg.
Ein letzter Ruf.
Und dann das Meer.
Der Zug hat sie nach Brindisi gebracht. Doch am Kai gelten andere Regeln: Ein Seil fällt, ein Dampfer ruft, die ersten Planken schwingen unter den Schritten.
Eine Frau aus dem Hafen kennt den Wind und die Schiffe. Sie zählt keine Wetten. Während Passepartout seinen Koffer über den Steg zieht, muss selbst Fogg für einen Augenblick nach dem Geländer greifen.
Die Stadt wird kleiner. Die Räder schweigen. Vor ihnen liegt zum ersten Mal keine Straße mehr.
DAS LIED / WORT FÜR WORT
Die Uhr bleibt präzise.
Der Boden nicht.
DAS MEER ZÄHLT ANDERS ALS PAPIER
Alles notiert.
Nur dieses Schwanken nicht.
Fogg hat die Strecken berechnet, die Verbindungen geprüft und die nächste Abfahrt vermerkt. Doch als sich das Deck zum ersten Mal hebt, greift auch er nach dem kalten Eisen.
Passepartout entdeckt zwischen Koffer und Geländer etwas Neues: Manchmal beginnt Vertrauen dort, wo der feste Boden endet.
EINE STIMME BLEIBT AM HORIZONT
Finché una voce
rimane viva,
non siamo soli in mezzo al mare.
Solange eine Stimme lebendig bleibt,
sind wir auf dem Meer nicht allein.
Eine Leine fällt.
Die Welt wird weiter.
ICH ATME SALZ STATT KOHLENRUSS.
Die Küste wird klein.
Die Reise wird groß.
Brindisi sinkt hinter dem Schiff ins erste Licht.
Vor dem Bug wartet der Weg nach Suez.